#BSBP16: BuchSaiten Blogparade 2016

Bereits zum achten Mal insgesamt und zum ersten Mal unter Federführung von Petzi von Die Liebe zu den Büchern findet die BuchSaiten Blogparade statt, welche mit fünf kurzen Fragen zu einem Blick zurück ins vergangene Jahr sowie einem Ausblick auf das neue Jahr 2017 einlädt. Meine Antworten findet ihr unten und den Aufruf zur Blogparade hier.

 

BSBP16

1. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Silvia Overath: Robbe schwimmt rückwärts

Silvia Overath: Robbe schwimmt rückwärts Wenig davon versprochen, ist vielleicht zu hart ausgedrückt, denn immerhin habe ich Silvia Overaths Romandebüt Robbe schwimmt rückwärts auf der letztjährigen Leipziger Buchmesse beim Stöbern in meine Messenotizen aufgenommen und dann einige Wochen später, als ich es in der Buchhandlung sah, auch direkt mitgenommen. Der Glitzereinband und die neunzehnjährige Protagonistin Mona brachten jedoch einen Rest Skepsis mit sich. Völlig zu Unrecht. Auch wenn sich mein eigenes Abitur dieses Jahr zum zehnten Mal jährt und ich danach nicht in einen solchen Zwischenraum geriet wie Mona, sondern direkt ins Studium in einer fremden Stadt eintauchte, war mir vieles nah und vertraut in dieser Geschichte. Die Sprache ist mal vollkommen klar und analytisch und dann wieder mitreißend rauschhaft, wobei der Stil dem Geschehen oft entgegengesetzt ist. Der Rausch der Bühne, der Schauspielerei wird kühl geschildert, während die ruhigeren Zeiten des Wartens und Bangens rasant daherkommen. Definitiv eine positive Überraschung.

Mehr zum Buch beim Rotpunktverlag.

2. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Lasha Bugadze: Der Literaturexpress

Lasha Bugadze: Der Literaturexpress Enttäuschend verlief hingegen die Lektüre einer weiteren Entdeckung der Leipziger Buchmesse 2016: Der Literaturexpress von Lasha Bugadze, übersetzt von Nino Haratischwili. Das Buch, welches anlässlich des #indiebookday 2016 bei mir einzog, vermittelte nie das Gefühl einer Reise. Die einzelnen Städte, in denen dieser Zug voller Schriftsteller_innen Halt machte, waren allein durch das Sehenswürdigkeiten-Namedropping unterscheidbar statt eine individuelle Atmosphäre zu entfalten. Der selbstmitleidige Zaza, der sich für seine zahlreichen Grenzüberschreitungen gegenüber Helena zwar halbherzig entschuldigt, sie innerlich dann aber für paranoid und hysterisch erklärt, gewinnt nicht nur keine Sympathiepunkte, sondern hatte mir auch sonst wenig zu erzählen. Schade!

Mehr zum Buch bei der Frankfurter Verlagsanstalt.

3. Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Becky Chambers

Becky Chambers: The Long Way to a Small, Angry PlanetBecky Chambers: A Closed and Common Orbit Ohne etwas gegen das Genre zu haben, greife ich sonst eher selten zu Science Fiction, aber ich bin unfassbar froh, in diesem Fall auf die eindringlichen Empfehlungen gehört zu haben, die booksandpieces auf YouTube wieder und wieder aussprach. The Long Way to a Small, Angry Planet und A Closed and Common Orbit sind zwei wundervolle Romane, die, gut erzählt und herzerwärmend geschrieben, zeigen, wie wichtig Vielfalt und Toleranz sind und wie wir alle daran wachsen können. Diversität ist hier weder eine trockene, nur dürftig mit einer Geschichte verhüllte, Botschaft noch ein nachträglich eingefügtes Zeichen guten Willens, sondern schlicht integraler Bestandteil von wirklich spannenden, lesenswerten Geschichten. Ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von Becky Chambers zu lesen.

Mehr zu The Long Way to a Small, Angry Planet beim Verlag Hodder & Stoughton.

Mehr zu A Closed and Common Orbit beim Verlag Hodder & Stoughton.

Mehr zu Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten, übersetzt von Karin Will, beim Verlag FISCHER Tor.

4. Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Helen Oyeyemi: What is not yours is not yours

Helen Oyeyemi: What is not yours is not yours Von Helen Oyeyemi, deren Romandebüt The Icarus Girl ich im Sommer 2013 las, wollte ich ohnehin mal wieder etwas lesen und konnte an der ungewöhnlichen Aufmachung der Kurzgeschichtensammlung What is not yours is not yours dann nicht vorbei. Die schlichte und doch goldglänzende Front und der offene Rücken ergeben in meinen Augen ein wahres Schmuckstück. Letzterer ist hier nicht nur eine interessante Designvariation, sondern passt auch metaphorisch zu den großartigen Geschichten, die er zusammenhält.

Helen Oyeyemi: What is not yours is not yours

Mehr zum Buch beim Verlag Picador/Pan Macmillan.

5. Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2017 lesen und warum?

Carolin Emcke: Gegen den Hass

Carolin Emcke: Gegen den Hass Mut und Anregungen in gesellschaftlich schwierigen Zeiten. Das erhoffe ich mir von diesem vielbeachteten Essay von Carolin Emcke, welche im gerade vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.

Mehr zum Buch beim S. Fischer Verlag.

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